Meta-Studie zur Effektivität von Bullying-Interventionen

Dieses Umbrella-Review untersuchte die Effektivität von Bullying-Interventionen für Kinder und Jugendliche. Hierfür wurden 30 systematische Reviews bzw. Meta-Analysen eingeschlossen.

Die Bullying-Interventionen wurden folgendermaßen eingeteilt:

  • schulische Interventionen (z. B. Anti-Aggressionsprogramme für Schüler:innen)

  • Familienbasierte Interventionen (z. B. Elternprogramme)

  • gesellschaftliche Interventionen (z. B. Webseiten, Apps)

  • therapeutische Interventionen (z. B. Musiktherapie)

  • kombinierte Interventionen (z. B. für Schüler:innen und Lehrer:innen und Eltern; mehrere Stakeholder)

Untersucht wurde, ob diese Interventionen auf das Verhalten, die Einstellung oder die mentale Gesundheit wirkten. Die Hauptergebnisse werden in Abbildung 3 veranschaulicht. Die wichtigsten Ergebnisse sind:

  • Die meisten Interventionen zielten auf die Reduktion von aggressivem Verhalten ab (74%), gefolgt von einer Förderung der mentalen Gesundheit (18%) und der Veränderung von Einstellungen (8%).

  • Aggressives Verhalten konnte von fast allen Interventionen reduziert werden. Die stärksten Effekte wurden für musiktherapeutische und Sportangeboten gefunden.

  • Musiktherapeutische Angebote führten zusätzlich zur Stärkung der Selbstkontrolle.

  • Sportangebote, vor allem Kampfsportangebote, förderten außerdem die mentale Gesundheit bzw. Ausgeglichenheit.

  • Anti-Bullying-Interventionen direkt an Schulen verbesserten auch das Schulklima und die mentale Gesundheit.

  • Elternprogramme führten zudem zu einer Verbesserung des elterlichen Erziehungsstils.

Zusammenfassend eignen sich zahlreiche Ansätze für die Reduktion von aggressivem Verhalten, wobei die Qualität der Studien und die Evidenzstärke je nach Intervention variieren. Aktuell liegt für schulbasierte Interventionen die belastbarste Evidenz vor. Die letztendliche Wahl der Intervention hängt davon ab, welche Facetten besonders gefördert werden sollen und auch welche Ressourcen zur Verfügung stehen.

Jugendgesundheitskonferenz siehe aktivwerden